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The Ultimate Continuity Tester // UNITEST TESTFIX Upgrade

Ich habe zufällig einen interessanten Youtuber entdeckt, der sich einen ziemlich coolen Durchgangsprüfer gebastelt hat.

Eigentlich nehme ich für alles mein Multimeter, aber ein dediziertes Gerät nur zum Testen von Durchgängen wäre echt praktisch.

Aber von Vorn, hier ist das Video von Leo’s Bag of Tricks:

Ziemlich lässiger Kerl mit Ahnung von der Materie, kann man sich definitv mal angucken 🙂

Nach dem Video hab ich erstmal in meiner Grabbelkiste gesucht und einen ollen Durchgangsprüfer gefunden, den UNITEST TESTFIX.

Hier ist der Klotz:

In der hinteren Klappe ist ein Batteriefach und eine Ersatzglühbirne.

Praktischerweise kann man auch die Vorderseite einfach aufklappen:

Erstmal raus mit dem Mist 🙂

Der verbaute Summer ist festgeklebt, den habe ich herausbohren müssen. Allerdings glaube ich dass man den auch herauswackeln könnte.

Mal grob Maße für die Ersatzplatine genommen..

~Zeitsprung~

Ich habe Leo’s Schaltplan genommen und auf eine kleine Platine gebannt:

Dem aktiven Piepser habe ich keinen festen Bauplatz gegeben, sondern eher flexibel gelassen. Ich hatte mehrere herumliegen und wollte mal alle ausprobieren.

Der Batteriehalter wurde gegen einen 2xAA gewechselt, die Birne flog raus.

Der TESTFIX hatte einen dicken Ein/Ausschalter, dessen Lücke habe ich mit einem Stück Plastik dicht gemacht.

Fertig!

Und hier noch eine kleine Demo.

PS: Der Summer braucht ein paar Millisekunden um anzustarten, deswegen fiept er be der letzten Kontaktierung nicht 🙂

Borsu 10+ Grey SX 20 / 40 Schlepptop Reparatur

Ich bin günstig an dieses Gerät gekommen, allerdings war es laut Beschreibung “ungetestet”. Wir wissen alle, was das bedeutet 😉

Also erst mal Stecker rein und Strom reingepumpt – der Patient ist tot, wie erwartet. Aber hey, wenigstens gibt’s für euch ein paar schicke Bildchen zum Angucken 🙂

Die Rückseite – AC Buchse, dicker Stromschalter, LPT und serieller Port
Die Vorderseite – eine Tastatur klemmt eigentlich vor dem Bildschirm, die hab ich hier schon mal abgenommen. Der Bildschirm ist federgeladen, klemmt aber.

Die Kiste ist von Außen unscheinbar. Es gibt sonst nur noch eine Klappe für Erweiterungskarten und einen AT-Keyboardanschluss. Also mal aufmachen, das Biest.

Eigentlich nur ein PC in einer Box 🙂

Die Verarbeitungsqualität ist ziemlich fragwürdig. Die Kabel baumeln alle frei herum und die Stecker sind geklebt worden.

Qualität ™

Dann holen wir erst mal alle Innerein raus.

Gleich hinter dem Netzteil hängt eine ziemlich kranke Batterie

Neben komischen Müllflocken und Plastikspiralen fällt direkt die ausgelaufene Batterie ins Auge, örk.

Schick!

Sieht schön aus – prall gefüllte RAM-Bänke, aber kein Coprozessor. Habe aber eh keinen erwartet. Dann gucken wir mal, was die Batterie angerichtet hat.

Das ist.. grün.

Örk, die AT-Buchse hat die Ätze der Batterie angezogen. Und anscheinend noch auf dem Mainboard herumgesaut. Also schnell raus mit dem Ding!

*hier Gestank einfügen*

Es roch ziemlich genau so wie es aussieht 😉 Die positive Leiterbahn war immens angefressen, ebenso die dicke Leiterbahn oben über dem Blob.

Entlötpumpe = Beste Pumpe

Batterie und AT-Buchse rausgekloppt – mit der Entlötpumpe. Batterie geht zum Supermarkt in die Batteriekiste, der Sockel wandert erstmal in Essigessenz, dann in den Ultraschallreiniger.

Die Leiterbahnen hab ich mit einem Glasfaserstift freigekratzt, noch mal kurz mit Essigessenz bearbeitet und dann mit Lot aufgefrischt.

Dann wenden wir uns mal dem Netzteil zu! Das sollte folgende Spannungen liefern:

.. was es auch tat! Alle Spannungen wurden exakt erzeugt. Als nächstes hab ich mir das Mainboard genauer angesehen…

Falls du schon mal mit Technologie aus dieser Zeit gearbeitet hast, dann weißt du wahrscheinlich schon wo der Fehler liegt…. Tantalums!

Das sollte eigentlich ein Kondensator sein…

Der erste ausgelötete Tantalum war kurzgeschlossen. Also hab ich direkt alle rausgeholt. Und bis auf eine handvoll waren alle hinüber, tja.

Wohlgeformte Ersatzteile

Nachdem alle aufrechten Tantalums getauscht waren hab ich die Kiste noch mal angeworfen und…

Ja, mein Tisch sieht übel aus

Stark, funktioniert wieder! Direkt mal die Festplatte testen!

Läuft!

Funktioniert wunderbar! Rattert ziemlich laut und fasst nur 20MB, aber hey – jemand hat Lemmings installiert!

Da die Elektronik generell funktioniert hab ich als nächstes das Gehäuse unter die Lupe genommen.

Gespannt seit 1990

So sieht die linke Federaufhängung für das Display aus.

Was zum

Heilige Milchkuh, das ist die rechte Aufhängung. Erst dachte ich die sei einfach mit der Zeit schwach geworden und zerbröselt – aber da sind überall Schnitte und Ritzer drin. Keine Ahnung, was damit gemacht wurde.

Ähnliches gilt für die Bremsen der Aufhängung:

Darauf hin hab ich alles schön geschrubbt und das fehlende Stück durch ein 3D-gedrucktes Ersatzdingsi geflickt:

Hatte nur noch Kastanienharz da

Das Messingteil flutscht wieder ordentlich dank Lithiumfett. Die andere Aufhängung wurde analog dazu behandelt.

Die ausgelötete Batterie wurde durch Industrie NiCd-Zellen ersetzt und im Festplattencaddy montiert

Fernab vom Mainboard

Die dicke Festplatte wurde durch eine CF-Karte ersetzt, die für einfachen Zugriff aus einem Erweiterungsschacht schaut:

Halt mal, passt das?

Mja doof, jetzt geht die Klappe das Gehäuses nicht mehr zu. Also noch mal 3D Drucker angeworfen und Adapter gedruckt um die CF weiter nach Innen zu verschieben.

Hier bitte den Adapter zwischen Blech und Platine vorstellen

Die Szeckbrücken standen bereits auf single master disk, da musste ich nichts ändern.

Die HDD einfach durch die CF zu ersetzen ist keine Plug-and-Play-Sache. Das BIOS hat kein autodetect, das heißt man muss die Architektur der CF-Karte manuell eintragen. Zum Auslesen der Werte habe ich “IDTHEIDE” gefunden.

Also hab ich das Programm auf eine Diskette gepackt und.. das Diskettenlaufwerk zuckt nicht. Uff, also Floppyemulator installiert und Image der Diskette draufgepackt. Dann gings:

Gut erkannt

Das Tool spuckt innerhalb von Sekunden alle Daten aus, die man dann nur noch ins BIOS übertragen muss.

Keine Probleme mit dem Jahr 2000

Daten eingeben, speichern, fertig. CF wird jetzt korrekt erkannt. Also erst mal gemütlich MSDOS6.22 installieren. Von der alten Platte habe ich Lemmings runtergezogen und auf die CF gepackt – läuft! Aber ohne Sound irgendwie doof.

Also mal tief in die Teilekiste gegriffen und einen Soundblaster 16 geangelt. Treiber installiert und schon lief das Gedudel von Lemmings.

CF, VGA, Line-In – Mikrofon- Speaker Out – Game Port

Zum Spielen wäre eine Maus ganz nett! Beim Computer lag eine serielle Maus dabei – also eingestöpselt, Microsoft Mouse Driver 11 installiert und Lemmings angeworfen. Läuft und macht Spaß wie damals!

Dann hab ich noch Windows 3.11 installiert. Das ist allerdings recht instabil. Denke es braucht mehr als die auf dem Mainboard verbauten 2MB RAM.

Warmes Orange

Hier noch mal das Kabelgemüse vor dem Zusammenbau:

Nach wie vor nur ein PC in einer Kiste

Da wo die alte HDD saß hängt nun ein HDD adapter. Der war nötig, weil sonst der gesamte linke Aufbau nach unten sinkt.

Jetzt nur noch die Platte hinten drauf und festgeschraubt!

Echt jetzt?

Super, als ich die Rückseite festgeschraubt habe kam eins der Gewinde raus. Hab das mit 2K-Harz wieder festgeleimt.

Das war’s dann – alles läuft. Hier noch ein paar Bildchen von den Specs:

Die BIOS-Settings werde ich ausdrucken und zwischen Tastatur und Bildschirm packen. Zur Sicherheit 🙂

PS: RAM wurde durchgetestet!

Danke fürs Lesen!

EasyFlash³ Revision

Moin Moin!

In diesem Beitrag dokumentiere ich kurz meine Revision der easyflash-Platine. Am Ende gibt es die gerbers als Download.

Die fertigen Module haben dicke rote Knöpfe und eine hübsche LED im Label.

Passt farblich zum C64 😉

Die Platine hat ein Loch für den Sockel der LED und die Programmierpins des CPLDs sind gerouted, falls die mal jemand braucht. Und die Platine ist durch eine Sicherung geschützt.

Auf der Rückseite ist eine Teileliste aufgeführt, das hilft bei Reparaturen.

Der Steckseite ist angewinkelt, das macht das Einstöpseln in den Commodore ein wenig einfacher 🙂

Und am Ende gibt es noch die Gerberfiles, falls jemand sich so eine Platine anfertigen möchte:

Hossa, endlich wieder Bootlegs!

Hui, Alexander hat ein dickes Paket Bootlegs eingeschickt, teils sogar mit Anleitungen und Verpackungen!

Ich möchte auch gerne seine Seite an dieser Stelle erwähnen – die ist auf jeden Fall einen Blick wert. Der Gute beschäftigt sich mit Game Boy-Zeugs: https://dmgpage.com/

Ich habe das Bild nicht bearbeitet, der Inhalt hat beim Öffnen wirklich so gestrahlt!

Und hier die katalogisierten Schätze:


Hook

Batman Return of the Joker

DIG DUG (Different shell)

Disney’s 102 Dalmatians

Mickey Mouse: Magic Wands!

The Lion King

Und dann noch zwei vom Flohmarkt:

USA VERSION 32 IN 1 UC-32A06

Super 32 in 1 GA-021

Roland MIDI Player SD-35 Sound Canvas refurb / Reparatur

Ich hab dieses feine Teil günstig ersteigern können. Leider kam es kaputt an 🙁 Aber halb so wild, wo wäre denn der Spaß, wenn immer alles gleich funktionieren würde? 🙂

Erst mal habe ich das Gerät begutachtet:

Sind das Klebereste?

Ich glaube jemand hat das Teil mal komplett in Klebestreifen eingepackt. Das Zeug ist steinhart. Mal gucken wie die Unterseite aussieht…

Oha!

Zum Glück ist der Rost nur oberflächlich. Und ein Gummifuß fehlt, aber das ist nicht weiter schlimm. An dieser Stelle habe ich das Ding mal eingeschaltet, es macht keinen Mucks. Naja.

Oberflächlichen Rost kann man ganz gut mit Essigessenz entfernen. Einfach eine Stunde oder so in Essig einlegen und das Zeug krümelt von allein ab.

Alle Schrauben ziehen, dann kommt der Boden einfach ab
So, das weicht jetzt gemütlich in der Küche ein, ich bastel dann weiter am Gerät rum.

Also, wo waren wir..

Die Unterseite sieht okay aus

Ich hatte befürchtet dass Batteriesäure ausgelaufen sein könnte. Bevor das Gerät kam hatte ich die Anleitung studiert – da stand dass eine Batterie für die dauerhafte Speicherung der Einstellungen zuständig ist. Oha, wenn die seit 30 Jahren da drin steckt – mal vorsichtig reingucken:

Puh, sieht alles gut aus. Die Batterie ist in diesem Fall ein Lithium-Akku, zu sehen rechts im Bild. Zwar absolut ohne Spannung, aber dafür nicht ausgelaufen. Alles gut also 🙂

Dann habe ich mich weiter auf der Platine umgesehen, vielleicht fällt ja irgendwas ins Auge. Kaputte Leiterbahnen, ausgelaufene Kondensatoren, kalte Lötstellen etc.

Der Schalter zur Auswahl des Eingangssignal ist morsch. Doof, da muss ich wohl Ersatz besorgen (dazu später mehr!)

RIP

Haha, immer ulkig wenn man den sprichwörtlichen “Bug” findet. Ruhe in Frieden, krabbeliger Freund.

An dieser Stelle habe ich festgestellt dass mal jemand probiert hat die Netzbuchse zu reparieren. Ein Pin hatte eine kalte Lötstelle und der andere war sehr unschön mit einem Draht repariert worden. Davon habe ich leider kein Bild, man kann es lediglich auf den vorherigen Bildern im Hintergrund erkennen. Sorry 🙁

Die Buchse habe ich dann erst mal ausgelötet:

Eines der Pads war nicht mehr mit der Platine verleimt. Man beachte auch die gebrochenen Lötstellen vom Beuteil nebenan!
Hier noch mal vom Nahen
Einfach ein Stückchen Kupferfolie zurechtschneiden und mit UV-Kleber befestigen..
Dann in der Mitte einschneiden und die Seiten ins Loch drücken. Die Lochinnenwände habe ich nicht verklebt, so viel Feingefühl habe ich nicht 🙂
Dann die Folie noch an den verbleibenen Stückchen des Pads verlöten, hält bombenfest!
Am Schluss noch eine neue Buchse einlöten. Die Bauform ist leicht zu bekommen.

So, dann zurück zum Schalter für das Eingangssignal. Den musste ich erst mal aufhebeln um zu schauen wie die 10 Pins miteinander verschaltet sind.

Hier zählen die inneren Werte

Urk, lag der in einem Teerfass?

Uff!

Der Schalter ging für ein paar Sekunden in Bremsenreiniger baden und wurde geschrubbt, bis er wieder blitzte. Dann konnte ich folgende Verschaltung feststellen:

Recht simpel!

Tja, dann musste ich nach einer Stunde Suchen feststellen, dass der Schalter nicht ersetzbar ist. Einen einzigen Hersteller konnte ich finden, der zwar eine gleiche Verschaltung, aber eine andere Bauform anbieten konnte. Mist. Dann die Denkmurmel angestrengt und aus anderen Schaltern einen “neuen” zusammengebastelt. Funktioniert prima!

Patient lebt, Doktor glücklich

Den Schalter habe ich dann eingelötet und mal probiert das Gerät einzuschalten – hat geklappt! Super, dann jetzt noch mal um das Gehäuse kümmern:

Die Seiten habe ich dick mit Aufkleberentferner eingeschmiert und abgerubbelt. Hat geklappt, war aber schweißtreibend. Mal sehen was die Unterseite im Essigbad macht.

Plötzlich Essiggeruch auf der Werkbank

Wunderbar, der Rost hat sich verkrümelt. Hab die Platte dann noch mal mit Seifenwasser gespült und alles wieder zusammengesetzt und ausprobiert.

Spiel’s noch einmal, Roland…

Herrlich, der Roland funktioniert prima als MIDI-Gerät an meinem alten Rechner. Und toll klingt er obendrein, könnte nicht zufriedener sein. Am Ende gibt es noch eine kleine Hörprobe: